Fadenlifting: Ablauf, Kosten, Haltbarkeit und für wen es sich eignet

13. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Fadenlifting: Ablauf, Kosten, Haltbarkeit und für wen es sich eignet

Ein Fadenlifting kostet je nach Zone und Fadenzahl meist 700 bis 2.500 Euro und hält etwa zwölf bis 18 Monate. Es ist ein minimalinvasiver Eingriff – kein kosmetisches Verfahren im engeren Sinn. Das ist der wichtigste Punkt vorweg: Fadenlifting gehört in ärztliche Hände, nicht ins Kosmetikstudio.

Wie es funktioniert

Über feine Kanülen werden resorbierbare Fäden unter die Haut eingebracht. Die meisten bestehen aus Polydioxanon (PDO), seltener aus Poly-L-Milchsäure oder Polycaprolacton, die langsamer abgebaut werden. Zwei Effekte überlagern sich:

  • Sofortiger Lifting-Effekt: Fäden mit Widerhaken oder Kegeln greifen im Gewebe und heben es beim Anspannen leicht an.
  • Verzögerter Aufbaueffekt: Der Abbau des Fadenmaterials reizt das Gewebe und regt über Monate die Kollagenbildung an. Dieser Teil hält länger als der mechanische Zug.

Der Eingriff dauert 30 bis 60 Minuten unter örtlicher Betäubung. Die Fäden selbst lösen sich nach vier bis acht Monaten vollständig auf, das aufgebaute Kollagen bleibt länger.

Kosten nach Zone

  • Wangen und Kieferlinie: 900–1.800 €
  • Hals: 800–1.600 €
  • Augenbrauen (Brow Lift): 600–1.200 €
  • Mittelgesicht komplett: 1.500–2.500 €
  • Feine Kollagenfäden (ohne Zug, nur Aufbau): 400–900 €

Die Spanne erklärt sich über die Zahl und Art der Fäden. Lass dir vorab schriftlich geben, wie viele Fäden welchen Typs verwendet werden – nur so sind Angebote vergleichbar.

Für wen es passt

Am besten wirkt Fadenlifting bei Menschen zwischen etwa 35 und 55 mit leichter bis mäßiger Erschlaffung und noch guter Hautqualität. Typische Anliegen sind eine weicher werdende Kieferlinie, abgesunkene Wangen oder ein leicht hängender Brauenbogen.

Bei ausgeprägtem Hautüberschuss ist es die falsche Methode. Die Fäden können Gewebe anheben, aber keine Haut entfernen – das Ergebnis wirkt dann unnatürlich oder verpufft schnell. In dem Fall ist ein chirurgisches Lifting die ehrlichere Empfehlung, auch wenn es die größere Entscheidung ist.

Risiken, die dazugehören

Blutergüsse und Schwellungen für ein bis zwei Wochen sind normal. Ein Spannungsgefühl beim Lachen oder Kauen kann mehrere Wochen anhalten. Darüber hinaus gibt es echte Komplikationsmöglichkeiten, über die vor dem Eingriff aufgeklärt werden muss:

  • Sichtbare oder tastbare Fäden, besonders bei dünner Haut
  • Asymmetrien, die eine Korrektur nötig machen
  • Dellen oder Grübchenbildung an den Ansatzpunkten
  • Infektionen an den Einstichstellen
  • Selten: Nervenreizungen mit vorübergehenden Missempfindungen

Wer das Verfahren als risikofreie Mittagspausen-Behandlung bewirbt, verharmlost. Achte darauf, dass die Behandlung von Ärztinnen oder Ärzten mit Erfahrung in ästhetischer Medizin durchgeführt wird und ein dokumentiertes Aufklärungsgespräch stattfindet.

Nach dem Eingriff

Für zwei bis drei Wochen gilt: keine Sauna, kein intensiver Sport, keine Gesichtsmassage, möglichst auf dem Rücken schlafen und den Mund beim Gähnen und Kauen nicht extrem weit öffnen. Zahnarzttermine, bei denen der Mund lange offen bleibt, solltest du vorher legen oder verschieben.

Das Endergebnis beurteilst du frühestens nach vier bis sechs Wochen, wenn Schwellungen abgeklungen sind. Für eine Auffrischung ist meist nach zwölf bis 18 Monaten der richtige Zeitpunkt.

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